Kuniri – Kreativprojekt für Flüchtlinge

Kuniri – Kreativprojekt für Flüchtlinge

München hat eine neue Initiative in Sachen Flüchtlingshilfe. Immer wieder machten sich Eva, Sophie und Viola Gedanken darüber, ob man Flüchtlingen nicht mit und durch die eigene Profession helfen kann. Sprich sein eigenes Wissen und Können einsetzen, um gemeinsam mit Neumünchnern etwas Nachhaltiges Schaffen.

Es gab viele Ideen für die Umsetzung und letztendlich haben sich die drei für eine Nähwerkstatt sowie die Gründung eines Modelabels entschieden. Als Pilotprojekt, denn das Projekt trägt weit mehr Potential in sich. So sind auch schon ein Musikprojekt und ein Dokumentarprojekt angedacht. Es entstand also Kuniri, „gemeinsam gehen“ auf Esperanto. Unter diesem Namen machen professionelle Modedesigner und Schneider aus München zusammen mit jungen Flüchtlingen Mode.
Je nach Vorkenntnissen hat dies (zu Anfang) mehr oder weniger kursähnlichen Charakter. Vom ersten Umgang bis hin zur Entwicklung von Schnittmustern – Ziel ist, dass sich längerfristig eine Gruppe zusammenfindet, die eine gemeinsame Kollektion entwickelt mit all den kreativen und kulturellen Einflüssen der Beteiligten.

Zunächst einmal sind vier Kurse mit insgesamt 30 Teilnehmern geplant. Daraus soll eine Profi-Gruppe entstehen, die gemeinsam mit den Designern frei weiterarbeiten kann.
Die in den Workshops entstandenen Einzelstücke bis hin zur kompletten Kollektion sollen bei einer Modenschau präsentiert werden. Gearbeitet wird in einem schönen Raum im Mucca Haus im Kreativquartier. Letztendlich sollen die Teilnehmer in alle Bereiche von Design, Produktion, Dokumentation der Workshops und der entstandenen Produkte sowie deren Vermarktung eingebunden werden.
Der erste Kurs hat mit 7 Teilnehmern schon begonnen. Gemeinsam sitzen Designer / Schneider und junge Flüchtlinge an den gespendeten Nähmaschinen und machen erste gemeinsame Gehversuche. Schon beim erstem Mal wird klar: Nicht nur das Nähen wird erlernt, sondern auch die deutsche Sprache spielerisch vertieft sowie auch andere Vorstellungen von Mode vermittelt. Netzwerke können geknüpft werden und im besten Fall auch Freundschaften geschlossen.  Am Ende des Tages hat bereits der erste kreative Austausch begonnen und die Ideenschmiede scheint angeschmissen.

Und damit die drei Initiatorinnen das Ganze finanzieren können, haben sie ein Crowdfunding gestartet, über welches sie Material/Werkzeug/Aufwandsentschädigung für Kursleiter und Betreuer und zusätzliche Nähmaschinen finanzieren wollen. Denn es soll ja, wie gesagt, nicht bei „nur“ einem Kurs bleiben, sondern Vielen – unter anderem auch eine Profiklasse. Das Modelabel selbst, unter dessen Schirm die entstandenen Einzelstücke, sprich die Kuniri-Kollektion, dann auch veräußert werden soll, ist in der Entstehungsphase.

Durch diese Verkäufe eingenommenes Geld refinanzieren sich die Workshops und tragen sich in Zukunft selbst. Sobald das erreicht ist, werden sich die drei Initiatorinnen dann an die nächsten Projekte wagen. Und wer weiß, vielleicht gibt es dann schon bald auch eine Münchner Flüchtlingsband mit allen tonalen Facetten der Herkunftsländer!

 

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Hier noch ein paar Impressionen:

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 Veröffentlicht von…
Wilde Ilse
Klaus Palermo bei Google+ | veröffentlicht am 4. August 2015
Wilde Ilse

Über Wilde Ilse

Ist unsere Allrounderin, die nicht lange rumfackelt und lieber kleckert als klotzt. Unser Orga-Genie hat den Blick aufs Ganze und ist als eine der Hauptkolumnistinen von MMA mit ihrer „schönen Schreibe“ für uns unersetzlich.

2 Meinungen zu “Kuniri – Kreativprojekt für Flüchtlinge

  1. Hallo solche Projekte sind toll und wichtig. Ich hätte eine neue Overlok-Nähmaschine kostenlos abzugeben. Besteht denn Interesse und Bedarf an so einer Spende?
    Bin durch Zeitungsartikel auf Euren Namen gestossen. Vielleicht solltet Ihr mehr veröffentlichen.
    Alles Gute weiterhin. Familie Zott

  2. Habe eine alte aber sehr stabile elektrische Nähmaschine, die ich nicht mehr benötige abzugeben. Sie ist vor allem auch für dicke Stoffe geeignet. Schreibt mir ob, wo und wann ich sie abgeben könnte.

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