Das Münchener Frühlingsfest – Ein ganz spezieller Kosmos

Das Münchener Frühlingsfest – Ein ganz spezieller Kosmos

Alle Jahre wieder findet seit nun 52 Jahren das Münchener Frühlingsfest – der kleine Bruder des Oktoberfests auf der Münchener Theresienwiese statt. Doch bis auf den gleichen Schauplatz haben beide Volksfeste gänzlich wenig miteinander gemein.

Unabhängig von Größe, Fahrgeschäft- und Bierzeltanzahl (vierzehn vs. zwei), zeichnet sich ein starker Kontrast zwischen der großen und „kleinen Wiesn“ am Publikum in den Festzelten ab. Am deutlichsten merkt man dies im Augustinerzelt nach dem alljährlichen Riesenflohmarkt. Auch hier verkleiden sich die Gäste – allerdings nicht, wie auf der Wiesn mit Lederhosen und Dirndl. Hier sind Tigerkostüme, Feenoutfits, Trillerpfeifen, Leuchtshirts, buntgefärbte Ponys und bedruckte T-Shirts mit Lederhosen und Bierhelmen der absolute Renner. Wobei man zugeben muss, dass sich  in den letzten Jahren auch immer mehr junge Mädels ins Dirndl zwängen. Das hört sich nun alles nach dem echten Oktoberfest an, ist aber keineswegs so. Denn das buntgemischte, seltsam anmutende Publikum kommt nicht aus Melbourne, Roma oder Kalifornien – der Großteil kommt nicht einmal aus München! Was sich hier versammelt , säuft und krakeelt muss aus dem Münchener Umland (aka Dachau, FFB und Hergottsack-Ramentshausen) angekarrt worden sein. Denn anders ist ihr Trinkverhalten, die bayerischen Sauflieder und der ausgelassene routinierte  Vollrausch kaum erklärbar.

Das Verhalten der Gäste wäre ein Leckerbissen für jeden Sozialforscher und Verhaltensbiologen.  Neben dem beliebten Bierexen (stehend auf einem hochgehobenen Tisch), während den Pausen der Musikkapelle, kommt es ab und an zu Gruppenpolonesen durch das Bierzelt und ausgelassenen Gruppentrinkspielen und anderen seltsamen Situationen. Mit am krassesten war ein vermeintlicher Hobbyjäger, der vor einigen Jahren beim Flohmarkt auf der Theresienwiese eine Buchse ergattert haben muss, die er anschließend und nach einigen Kaltgetränken, lachend auf der Bühne des Bierzeltes mit einem lauten Schuss (Platzpatronen) in die Zeltdecke abfeuerte. Das Sicherheitspersonal hat sich anschließend um den lustigen Herrn mit Schnauzer gekümmert.

Als ich dies bei meinem ersten Frühlingsfestbesuch vor etlichen Jahren erlebt habe, dachte ich, ich sei im falschen Film bzw.  das war wohl ein ganz besonders skurriler alkoholerfüllter Nachmittag / Abend. Als sich aber dann, die kommenden 3-4 Jahre, ähnliche Schauspiele wiederholt haben, denke ich heute, dass das Münchener Frühlingsfest ein ganz spezieller Kosmos ist, in den ich gerne Jahr für Jahr mit meinen Freunden eintauche. Interessant ist auch wie sich dieses Feierinferno im zeitlichen Verlauf,  gekoppelt an dem Bierkonsum, entwickelt und bis zum Feierhochpunkt (ca. 20 Uhr) hochschaukelt.

Also dann zwischen dem 15.4. und dem 1.5.2016 ab zum Frühlingsfest! Die Maß ist übrigens 1,25 € Euro billiger als auf der „echten“ dagegen fast schon langweiligen Wiesn.

Veranstaltungen Rund ums Frühlingsfest 2016

Der Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese
Das Oldtimertreffen am Frühlingsfest

Impressionen:

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 Veröffentlicht von…
Palermo
Klaus Palermo bei Google+ | veröffentlicht am 6. April 2014
Palermo

Über Palermo

... unser seit 12 Jahren eingemünchnerte Allgäuer ist nicht nur einer der Mitbegründer von MMA, sondern auch ein gewieftes Trüffelschweinchen in Sachen Freizeit mal anders. Gut vernetzt im Münchener Nachtleben kennt er die meisten Clubs, die neuesten Bars und Restaurants der Stadt.

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